Betriebliche Gesundheitsförderung | In 5 Schritten zu gesunden Mitarbeitern

Betriebliche Gesundheitsförderung

Durch die betriebliche Gesundheitsförderung bekommt dein Unternehmen gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter

Du bist nun zu einem wichtigen Teilbereich des betrieblichen Gesundheitsmanagement vorgestoßen und zwar zu: Der betrieblichen Gesundheitsförderung!  Hier lernst du, wie dein Unternehmen in 5 Schritten gesunde Mitarbeiter bekommt und wie der ganze Ablauf in der betrieblichen Gesundheitsförderung aussieht. Und warum sie mehr als nur Bewegung und Ernährung ist!

Was kosten kranke Mitarbeiter?

Bevor wir mit der konkreten Umsetzung starten, beginnen wir das Ganze einmal von der anderen Seite: Was kosten kranke Mitarbeiter deinem Unternehmen jährlich? Laut der Welt schätz das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung den jährlich entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden durch kranke Mitarbeiter auf 225 Milliarden Euro.

Hier passt der Spruch „Gesunde Mitarbeiter kosten Geld, kranke ein Vermögen.“ gut dazu. Du siehst jedes Unternehmen hat hier Handlungsbedarf! Und auch wenn ihr in eurem Unternehmen bereits eine sehr gesunde Belegschaft habt: „Man muss nicht schlecht sein, um besser zu werden!“.

In diesem Video über die betriebliche Gesundheitsförderung findest du alles noch einmal leicht und verständlich erklärt

Effekte der betrieblichen Gesundheitsförderung

Wenn du etwas für die Gesundheit deiner Mitarbeiter machst, dann ist das eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und für die ganze Volkswirtschaft! Für den Arbeitgeber hat die betriebliche Gesundheitsförderung folgende Vorteile:

  • Senkung der Krankenstände
  • Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit
  • Steigerung der Produktions- und Dienstleistungsqualität
  • Besserer Informationsfluss im Unternehmen
  • Stärkung der Arbeitgebermarke und Verbesserung des Images in der Öffentlichkeit
  • Mehr Verständnis im Unternehmen untereinander und zwischen den verschieden Bereichen
  • und ein positives Betriebsklima

Die Vorteile der Mitarbeiter sind zum Beispiel mehr Vitalität im Alltag und ein gesteigertes Wohlbefinden, da jeder Mensch zu 80% seine Gesundheit selbst beeinflussen kann.

Studien haben einen weiteren spannenden Aspekt herausgefunden: Der Return-on-Investment beträgt 1:3. Das bedeutet, jeder investierte Euro kommt dreifach zurück. Vor allem für zahlenaffine Menschen und Betriebswirte ist dieser Umstand sehr spannend. Untermauert von diesen Zahlen starten wir nun in die praktische Umsetzung:

In 5 Schritten zu gesunden Mitarbeitern (Prozess in der betrieblichen Gesundheitsförderung)

Prozess in der betrieblichen Gesundheitsförderung

Der Prozess in der betrieblichen Gesundheitsförderung ähnelt sehr dem Prozess im Projektmanagement

Nun siehst du wie der Prozess in der betrieblichen Gesundheitsförderung aussieht. Wir gehen diesen Prozess nun Schritt-für-Schritt durch und am Ende des Prozesses hast du ein maßgeschneidertes Gesundheitskonzept genau angepasst auf dein Unternehmen! Beachte dabei, dass jedes Unternehmen anders ist und andere Herausforderungen hat: Bei manchen Unternehmen liegt der Fokus vielleicht mehr auf der psychischen Belastung und bei anderen mehr auf den Bereichen Bewegung und Ernährung. Deswegen ist es wichtig dein Unternehmen zu analysieren und genau herauszufinden, wo dein Fokus liegen sollte. Wir beginnen nun deswegen mit dem ersten Schritt: Dem Start!

1. Schritt: Der StartStart in der BGF

Jeder Prozess muss einmal angestoßen werden, so auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Beim ersten Schritt geht es darum, Strukturen aufzubauen und Verantwortlichkeiten festzulegen.

Dabei sollen alle Ebenen im Unternehmen eingebunden werden. Das sind zum Beispiel die Unternehmensleitung, die Personalabteilung, externe Experten, der Betriebsrat, Sicherheitsfachkräfte, Führungskräfte und natürlich die Mitarbeiter. Lege im ersten Schritt die interne Projektleitung, die das Projekt vorantreibt, fest. Wichtig dabei ist, für die involvierten Personen auch freie Zeitressourcen zu schaffen. In diesem Schritt kann es außerdem sehr viel Sinn machen, bereits eine erste Auftaktveranstaltung abzuhalten. Das garantiert, dass die Mitarbeiter vom Beginn an eingebunden werden.

2. Schritt: Die Analyse (IST-Zustand)

Nachdem die internen Verantwortlichkeiten festgelegt sind, geht es an die Analyse deines Unternehmens. Wie bereits erwähnt, ist jedes Unternehmen anders und deswegen sieht auch jedes Gesundheitsprogramm anders aus.

In der Analyse-Phase klären wir folgende Fragen:

  • Welche Probleme gibt es im Unternehmen?
  • Wo gibt es Optimierungsbedarf?
  • Was wünschen sich die Mitarbeiter?
  • Welche Zielgruppen gibt es, die man besonders fördern sollte? (ein Beispiel dafür wären Schicht- oder Schwerarbeiter)

Für die Analyse stehen dir verschiedene Instrumente wie schriftliche Befragungen, Gesundheitszirkel oder Fokusgruppen zur Verfügung. Bei diesem Schritt unterstützen dich oft die Krankenkassen.

3. Schritt: Planung

Betriebliche Gesundheitsförderung Planung

Nach der Analyse kann man mit der Planung der Gesundheitsmaßnahmen starten

Nachdem du nun ein klares Bild von deinem Unternehmen hast, geht es in die Planungsphase. Zunächst legst du deine Ziele fest. Was möchtest du erreichen? Du kannst hier eine Kombination aus harten und weichen Zielen verwenden.

Weiche Ziele wären die Verbesserung des Betriebsklimas oder mehr Bewegung im Unternehmensalltag und harte Ziele die Fehlzeiten oder Verminderung von Rückenproblemen. Harte Ziele kannst du dabei immer konkret in Zahlen messen. Behalte bei der Zielsetzung immer im Hinterkopf, dass die betriebliche Gesundheitsförderung ein Marathon und kein Sprint ist. Wenn du kontinuierlich Maßnahmen umsetzt, wirst du langfristige Veränderungen bemerken.

Basierend auf deinen Zielen legst du nun die konkreten Maßnahmen fest, die umgesetzt werden. Beispiele für Maßnahmen oder Tipps für einen Gesundheitstag, erhältst du unter den zwei Links.

4. Schritt: Umsetzung

Jetzt starten wir endlich mit der Umsetzung! Die Umsetzungsphase sollte immer ein guter Mix aus Maßnahmen auf der Verhältnis- und der Verhaltensebene sein.

  • Die Verhältnisebene betrifft allgemein das Umfeld und die Prozesse im Unternehmen. Darunter fallen zum Beispiel ein ergonomischer Arbeitsplatz, die Verbesserung des Informationsflusses oder der Meetingkultur. Verschiedene Arbeitszeitmodelle, die Änderung von Arbeitsabläufen oder die Führungskräfteentwicklung zählen ebenfalls zu diesem Bereich.
  • Die Verhaltensebene schließt das Verhalten von jedem einzelnen Mitarbeiter ein. Maßnahmen wie Bewegungsworkshops, Fachvorträge zur gesunden Ernährung oder Entspannungseinheiten beeinflussen diese Ebene positiv.

Die besten Ergebnisse erreichst du, wenn du einen guten Mix aus Maßnahmen auf den beiden Ebenen erstellst. Konkret in der Praxis bei zum Beispiel einer hohen Quote von Rückenproblemen würde das so aussehen, dass du zunächst einmal die Arbeitsplätze ergonomisch an die einzelnen Mitarbeiter anpasst (das ist die Verhältnisebene). Zusätzlich bietest du noch Einheiten an, wo die Mitarbeiter lernen, welche Ausgleichsübungen sie am Arbeitsplatz machen können oder wie sie schwere Dinge am besten heben sollten. Mit dieser Maßnahme arbeitest du dann auf der Verhaltensebene.

Nun verstehst du, warum es so wichtig ist, Maßnahmen auf beiden Ebenen umzusetzen. Die Maßnahmen beeinflussen sich gegenseitig positiv und die eine Maßnahme hätte ohne die andere nicht so viel Wirkung. Durch die Kombination können in unserem Fall die Rückenprobleme erheblich reduziert werden.

5. Schritt: Evaluierung

Betriebliche Gesundheitsförderung Evaluierung

Am Ende des Prozesses steht die Evaluierung – sie bildet gleichzeitig das starke Fundament für die nächsten Planungen

Du bist den Kreislauf nun erfolgreich durchlaufen! Du hast alle Maßnahmen erfolgreich umgesetzt und die Mitarbeiter sind glücklich. Doch was kommt nun? Jetzt folgt die Evaluierung aller Maßnahmen: Was ist gut angekommen? Was fehlte den Mitarbeitern? Wo herrscht noch Optimierungsbedarf?

Nach dem letzten Schritt beginnt der Kreislauf wieder von vorne. Eine gute Evaluierung ist für dich eine starke Basis, wenn der ganze BGF-Prozess wieder von vorne beginnt.

Zusammenfassung zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Nun hast du einen ersten Überblick bekommen, wie du ein maßgeschneidertes Gesundheitskonzept für dein Unternehmen erstellst. Nach einer fundierten Analyse deines Unternehmens folgt darauf die Planung, welches Maßnahmen am besten zu deinem Unternehmen passen. Du hättest nun gerne noch mehr Tipps, wie du am Beginn am besten startest? Dann haben wir eine Buchempfehlung für dich. Im Buch „Betriebliche Gesundheitsförderung | Was du von Unternehmen wie Google, Daimler oder der Deutschen Post lernen kannst“ bekommst du noch einmal einen kompletten Überblick über den gesamten Prozess, lernst außerdem 37 Gesundheitsmaßnahmen kennen, die du direkt in deinem Unternehmen umsetzen kannst und bekommst speziell für den Anfang viele wertvolle Tipps. Zum Buch gelangst du hier:

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Welche Themen interessieren dich noch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement?

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